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Gundula Kayser

Gundula Kayser

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kitchenART von Gundula Kayser
Seit ich mich erinnern kann, machte es mir viel Freude, mich gestalterisch auszudrücken.
Nach jahrelangerArbeit als Soziologin und Deutschlehrerin in Barcelona wurde es mir aber erst durch meine psychotische Erkrankung wieder zu einem echten Bedürfnis, künstlerisch tätig zu werden. Es gab für mich während meiner Krankheit keine bessere Möglichkeit, meine Erinnerungen, meine Gedanken und meine Gefühle ausdrücken. In dieser Zeit entstanden unzählige Zeichnungen, Bilder und Objekte. Außerdem inszenierte ich mich selbst als "lebendiges Kunstwerk".
Meine Kunst war absichtsvoll vergänglich, sie sollte dem Augenblick und nicht der Ewigkeit zum Ausdruck dienen.

Das künstlerische Tun - die Konzentration auf die Gestaltung von etwas Neuem aufgrund bestimmter Beobachtungen oder anlässlich der vielen Materialien, die mir in Überfülle begegneten - erlaubte mir zeitweise, aus der bedrängenden Realität von Kontroll- und Verfolgungsvorstellungen zu entkommen und der scheinbaren Fremdbestimmung eigene selbstbestimmte Produktionen und Wertvorstellungen entgegenzusetzen.
Mit der Zeit wurde es mir zum drängenden Problem, dass meine Werke nicht in fremden Kontexten zur Geltung kamen, dass ich keine Reaktionen auf meine Werke erfuhr, und sie nicht zur Kommunikation dienten.
In der ganzen Wohnung umgab mich meine "Kunst" als ständige Erinnerung daran, dass mir nur noch wenige Menschen geblieben waren, mit denen ich im Kontakt stand, und die meinem Tun ein gewisses Verständnis entgegenbrachten. Diesen schenkte ich einige meiner Produktionen, andere setzte ich in Ermangelung anderer Ausstellungsmöglichkeiten einfach auf der Straße aus in der Hoffnung, dass sich Liebhaber fänden, die ihnen Beachtung schenken würden/sich dafür interessieren würden. Als der innere Druck zu groß wurde, begann ich viele Zeichnungen, Bilder und Objekte zu zerstören und zu entsorgen; denn so sehr mir das schöpferische Tun half, das spannungsgeladene und überreizte Verhältnis zu meiner Umwelt in dem kreativen Prozess zu bändigen, so sehr bedrängte mich anschließend das immer wieder entstehende schöpferische Chaos, das mich umgab. Ich sehnte mich in meiner übervollen Wohnung nach leeren und ruhigen Räumen.

Heute, nachdem ich die psychotisch verfremdete Vorstellungswelt durch ärztliche und therapeutische Behandlung hinter mir gelassen habe, bin ich weiterhin gestalterisch tätig. Über meine Kunstprojekte versuche ich mit anderen Menschen in Kontakt und Austausch zu kommen. Eine Aktion während einer Ausstellung von Zeichnungen z.B. animierte die BetrachterInnen zu kreativem Schreiben, der Verkauf der Briefkarte "Esel für Pakistan" diente der finanziellen Unterstützung der Erdbebenopfer.

Nicht zuletzt auf Grund meiner prekären finanziellen Situation ist der Ort, an dem die meisten meiner Werke entstehen, weiterhin meine Küche. Deshalb nenne ich meine künstlerischen Projekte inzwischen "kitchenART", in derHoffnung, dass
meine Kunstprojekte wie die essbare "Küchenkunst" - einen gewissen Genuss erzeugen.
Meine kleine Wohnung hindert mich daran, großformatige Werke in Angriff zu nehmen. Deshalb habe ich mich in den vergangenen Jahren darauf konzentriert, mit "kleinräumigen" Techniken zu experimentieren, und in kleinen Formaten zu arbeiten und zu denken.
So habe ich unterschiedliche Serien von "Unikaten im Briefkartenformat" (Linoldrucke und Scrafiti), Drahtknopfobjekte (Hommage à Calder) und Objekte in kleinformatigen Rahmen geschaffen.

Die im Internet ausgestellten Arbeiten sind auf Grund einer Technik entstanden, die meines Wissens nach Scrafito genannt wir. Die verwendeten Materialien sind Wachs und Tinte. Diese und ähnliche Motive verkaufe ich als "Unikate im Briefkartenformat" oder auch, im DIN A4-Format.

Gundula Kayser


 


   
 
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